Weltoffenheit als Markenzeichen

Zweiter Teil des Interviews mit unserer Fraktionsvorsitzenden Martina Schmück-Glock

er Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU ist unterzeichnet, das erstmals direkt gewählte Ruhrparlament hat getagt. Ein auch für den RVR und die SPD-Fraktion besonderes Jahr geht zu Ende.

Die Zeichen stehen auf Zukunft. Im zweiten Teil des Interviews mit unserer Fraktionsvorsitzenden Martina Schmück-Glock spricht sie über den erweiterten Ausschuss für KulturSport und Vielfalt sowie über den neuen Ausschuss für Digitalisierung, Bildung und Innovation. 2021 kann kommen.

Ruhr Games Skateboard
Internationales Jugendsportereignis Ruhr Games (Foto: ©RVR_SPD)

Ausschuss für Kultur, Sport und Vielfalt

Der bisherige Ausschuss für Kultur und Sport wurde um den Begriff Vielfalt erweitert. Was macht den Unterschied?

Im Ruhrgebiet leben fast eine Million Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Miteinander zu leben ist unser Alltag und es ist auch Alltag in der Arbeit des RVR. Durch die Umbenennung in Ausschuss für Kultur, Sport und Vielfalt wollen wir das Thema Migration sichtbarer machen und ihm ein größeres Gewicht verleihen.

Wird sich das auch auf die anderen Ausschüsse auswirken?

Natürlich. Vielfalt umzusetzen ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Arbeitsfelder betrifft. So wird zum Beispiel die Migrationsökonomie immer wichtiger.

Insgesamt würde uns mehr Internationalisierung nach dem Vorbild von Paris oder New York guttun. Die Metropole Ruhr war immer eine Zuwanderungsregion, aber Engländer können hier noch nicht einmal eine Fahrkarte kaufen, weil alles nur auf deutsch ist. Weltoffenheit sollte unser Markenzeichen sein. Wir könnten bei den Museen anfangen, Mehrsprachigkeit zu einer Selbstverständlichkeit zu machen.

2026 soll in der Metropole Ruhr die „Manifesta“ stattfinden. Schon wieder ein neues Festival?

Dass wir als Region den Zuschlag für die renommierte europäische Wanderausstellung „Manifesta“ bekommen haben, zeigt eindrucksvoll, dass das Ruhrgebiet die Chancen der Kulturhauptstadt 2010 genutzt hat. Ein Auftrag, der mit der Kulturhauptstadt verbunden war, hieß: Nachhaltigkeit schaffen in der Zusammenarbeit der Kulturschaffenden. Das Netzwerk, das sich seit damals entwickelt hat, hat sich für die Manifesta-Bewerbung stark gemacht.

War die Bewerbung nicht für das Jahr 2024?

Das stimmt. Den Zuschlag für 2024 hat Barcelona bekommen. Das Auswahlgremium der International Foundation Manifesta (IFM) fand das Konzept der Metropole Ruhr offenbar so überzeugend, dass wir für die nachfolgende Biennale den Zuschlag erhalten haben. Es geht darum, neue Formen der Urbanität zu präsentieren und die Auswirkungen der Globalisierung zu thematisieren.

Damit wird unsere Region 2026 große internationale Aufmerksamkeit erreichen. Im Jahr darauf findet die Internationale Gartenausstellung IGA 2027 statt. In den nächsten Jahren wird sich also viel entwickeln in der Metropole Ruhr. Es bleibt spannend.

Ruhr Universität Bochum (Foto: ©RVR_SPD)

Ausschuss für Digitalisierung, Bildung und Innovation

Der Ausschuss für Digitalisierung, Bildung und Innovation ist neu. Warum?

Die Metropole Ruhr entwickelt sich immer mehr von einer Industrie- zu einer Wissensregion. Dem trägt der RVR Rechnung. 2012 gab es den ersten regionalen Bildungsbericht, in diesem Jahr den zweiten. Für eine chancengerechte Bildung von der Kita bis zur Hochschule brauchen wir weiterhin ein umfassendes Monitoring, um den Fokus auf das Beseitigen von sozialen Ungleichheiten legen zu können. Darüber hinaus ist es wichtig, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft stärker zu vernetzen, um den wachsenden Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht werden zu können. Hier kann der RVR sich als erfahrener und anerkannter Vernetzer optimal einbringen.

Wie sieht es im Bereich Digitalisierung aus?

Beim RVR geht es natürlich nicht um Glasfaserleitungen, sondern darum auch auf dem Feld der Digitalisierung die verschiedenen Akteure zusammenzubringen, menschliche Netzwerke zu stärken und Zusammenarbeit zu fördern. Das Ziel von Digitalisierung muss sein, das Leben der Menschen zu vereinfachen und zu erleichtern. Hier ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig.

Was heißt das konkret?

Verwaltungshandeln in der Region und in den Kommunen muss einfacher und schneller werden. Das wirkt sich dann auf private Umzüge genauso aus wie zum Beispiel auf den Kauf von Eintrittskarten. Es gibt bereits erfolgreiche digitale Kooperationen auf digitaler Ebene wie das Geonetzwerk.Metropoleruhr und das Flächeninformationssystem ruhrFIS zeigen. Hier können wir anknüpfen und als RVR auch in Bezug auf Daten offener und transparenter werden.

Vielen Dank für das Gespräch und einen guten Start ins neue Jahr!

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