Bundesumweltministerin zu Besuch in Bochum – „Tolle Entwicklung am Ümminger See“

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat Bochum besucht, um sich ein gelungenes Beispiel für den Ausbau Grüner Infrastruktur anzuschauen. Doch was ist das überhaupt – Grüne Infrastruktur?

Der Ümminger See in Bochum-Laer und Langendreer ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Er ist knapp 10,5 Hektar groß und wurde Mitte der 1970er Jahre künstlich angelegt, nachdem man den ursprünglichen Teich, der der Grubenwasserklärung einer Zeche diente, nicht mehr brauchte. In den letzten Jahrzehnten wurde der Ümminger See auch zur Abwasserklärung genutzt.

Ein Projekt – Viele Einzelmaßnahmen

Gefördert mit EU- und Landesmitteln wird der See seit 2017 umgestaltet. Im nächsten Jahr werden die Maßnahmen abgeschlossen. Ein komplexes Projekt: Der Freiraum rund um den See wurde ökologisch aufgewertet, Flächen entsiegelt, eine Verbindung zum Stadtteil Laer verbessert, der Bachlauf umgebaut, belastetes Wasser wird vom Frischwasser getrennt, der Bach umgestaltet, dazu gibt es umweltpädagogische Maßnahmen.

Auf Einladung der örtlichen Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering hat sich die Bundesumweltministerin angeschaut, wie der Bau des neuen Bachlaufs vorbereitet wird und das Grubenwasser demnächst davon getrennt durch Rohre geleitet wird. Svenja Schulze zeigte sich vor Ort begeistert über die Entwicklung des Sees, der früher für die Kohleförderung wichtig war, und zukünftig beim Klimaschutz hilft.

Bedeutungswandel

„Der Erhalt und die Pflege von Grünflächen und Freiräumen gehört seit den Gründungstagen des Regionalverbands Ruhr vor mehr als hundert Jahren zu seinen Kernaufgaben und das gilt bis heute“,erklärt  Martina Schmück-Glock, Fraktionsvorsitzende der SPD im Ruhrparlament.

Insofern klingt der Begriff ‚Grüne Infrastruktur‘ beim ersten Hören vielleicht erklärungsbedürftig, besagt er doch, dass der RVR seine Aufgaben immer weiterentwickelt und sie den jeweils aktuellen Anforderungen anpasst.

Somit weist der Begriff auf einen Bedeutungswandel hin. Grün- und Freiflächen hatten auch vor hundert Jahren schon die Aufgabe, die Lebensqualität der Menschen und die Luftqualität zu steigern. In Zeiten des Klimawandels und immer bedrohlicher werdender Umweltzerstörung ist der Erhalt und der Ausbau unserer natürlichen Lebensgrundlagen wichtiger denn je. Nicht mehr ‚nice to have‘, sondern überlebenswichtig. Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung ist dieses Thema beim RVR genau an der richtigen Adresse.

Rückgrat Grüne Infrastruktur

Natur und naturnahe Flächen als Rückgrat unserer Gesellschaft – gerade auch in besonders urban geprägten Regionen wie dem Ruhrgebiet. Zu Grüner Infrastruktur gehören Schutzgebiete wie Nationalparks und Biosphärenreservate genauso wie Auen, Wälder, Stadtparks, andere innerstädtische Grünflächen und auch künstlich geschaffene Grünbrücken und weitere unversiegelte Flächen. Grüne Infrastruktur ist das Gegenstück zur Grauen Infrastruktur, zu der u.a. Straßen und Stromtrassen zählen.

Ökosystem als eierlegende Wollmilchsau

Aufgabe und Ziel Grüner Infrastruktur ist, die biologische Vielfalt zu bewahren und zu fördern, Erholungsräume und eine lebenswerte Umwelt zu schaffen und zu vernetzen, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, die Luft zu reinigen, Wasser zu speichern und Hochwasserschutz zu bieten. Auch soziale Integration und die Verbindung von Siedlungsflächen gehört dazu und kommt somit Mensch und Natur zugute. All diese Funktionen werden unter dem Begriff der ‚Ökosystemleistung‘ zusammengefasst.

„Die Grüne Infrastruktur auszubauen ist keine isolierte Aufgabe für den Umweltschutz, sondern betrifft alle gesellschaftlichen Handlungsfelder und alle Politikbereiche“, sind sich die drei SPD Politikerinnen einig. Der Erhalt von Natur und naturnahen Flächen dient heute höchst unterschiedlichen Zwecken.

„Um das hinzukriegen, brauchen wir in Zukunft noch mehr regionale und fachübergreifende Kooperation“, so Martina Schmück-Glock. Der Ümminger See in Bochum zeigt beispielhaft, wie alles ineinandergreift und wie viele Einzelschritte nötig sind, um ein solches Projekt zu stemmen. „Wenn wir die Sache und das gemeinsame Ziel in den Mittelpunkt stellen, können wir das schaffen. Hier in Bochum und in der gesamten Metropole Ruhr.“

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