Olympia im Ruhrgebiet klug vorbereiten

Sport verbindet Menschen, Länder und Kontinente. Der Geist der Olympischen Spiele liegt nicht nur im Wettbewerb, sondern gerade auch in der Gemeinschaft, im gemeinsamen Erlebnis. Das IOC hat Australien zum Favoriten für die Spiele 2032 erklärt. Das betrachte ich vor allem als Ansporn, die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region so überzeugend aufzustellen, dass wir trotzdem gute Chancen haben, Olympia zukünftig nach Deutschland zu holen.

Sport in der Breite fördern

Ein so großes Ziel muss langfristig klug vorbereitet werden. Das ist einerseits Chefsache. Auf der anderen Seite ist es entscheidend, die Menschen in der Region mitzunehmen und Begeisterung für Olympische Spiele vor ihrer Haustür zu wecken. Ist es daher sinnvoll, ohne eine langfristige Vorbereitung, die Menschen zu einem möglichen Ereignis in frühestens 16 Jahren zu befragen? Olympia ist ein Megaevent. Dass das auch nachhaltig sein muss, ist inzwischen Standard. Was macht Olympische Spiele an Rhein und Ruhr besonders?

Ein paar Wochen im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit zu stehen, ist toll und wirtschaftlich reizvoll. Da kann die Metropole Ruhr zeigen, was sie hat und was sie ausmacht. Noch wichtiger ist, das Entscheidende ist, dass die Region langfristig von Olympia profitiert. Sport mehr ins Blickfeld zu nehmen, heißt Sport in der Breite zu fördern und die Infrastruktur für den Breitensport zu verbessern. Hier sind ohne Zweifel große Investitionen und mehr politische Anstrengungen als bisher nötig.

Fairness und Freundschaft

Ich habe griechische Wurzeln und bin im Alter von fünf Jahren nach Deutschland gekommen. Sport hat in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt. Beim Fußball habe ich Freunde gefunden, wir haben gemeinsam gerauft und gefeiert. Im Sport geht es um Wettbewerb und um Fairness, um Spiel und um Freundschaft. Das ist auch die Idee von Olympia.

So verstanden wären gerade auch die Olympischen Spiele 2036 eine Chance zu beweisen, dass das heutige Deutschland für Frieden, Freundschaft und Verständigung steht. Im Großen und im Kleinen. Auch hierüber muss es allerdings national und international eine breite Debatte geben.

Um Olympia in die Rhein-Ruhr-Region zu holen, brauchen wir daher einen langen Atem und ein Konzept, das die Menschen, die hier leben, überzeugt und begeistert. Als Melting Pot können wir die Welt offen und gastfreundlich zu uns einladen. Wenn alle mit anpacken, sind Olympische Spiele im Ruhrgebiet eine großartige Chance, Menschen und Länder zu verbinden.

Das ist das, was die Welt in Zeiten wie diesen braucht. Und das kann dann auch den Deutschen Olympischen Sportbund und das IOC überzeugen. Im Übrigen sind die hier erwähnten Organisationen angehalten den olympischen Geist selbst zu praktizieren. Profitgier, Doping, Skandale tragen nämlich nicht dazu bei, die breite Bevölkerung für sportliche Großereignisse zu begeistern.

Dimitrios Axourgos ist sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Ruhrparlament und seit 2018 Bürgermeister der Stadt Schwerte.

©Fotos: RVR/ World Games 2005

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