Umfassende Quartiersentwicklung durch InnovationCity Ruhr

Wer beim Großprojekt “InnovationCity Ruhr – Modellstadt Bottrop” an Energiesparen und Klimaschutz denkt, liegt völlig richtig. Doch der Ansatz ist viel umfassender. Es geht um Quartiers- und Stadtentwicklung und um nachhaltiges Wirtschaften. Davon konnte sich die SPD-Fraktion im Regionalverband Ruhr vor Ort überzeugen.

Burkhard Drescher ist Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH

Burkhard Drescher, heute Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH und früher Oberstadtdirektor und Oberbürgermeister in Oberhausen, stellte den Fraktionsmitgliedern vor, was sich seit dem Start des Projekts im Jahr 2010 in Bottrop verändert hat. Das große Ziel ist, neue Ideen zu entwickeln und zu erproben, um die Herausforderungen des Klima- und Strukturwandels in einem bevölkerungs- und verkehrsreichen Ballungsraum zu bewältigen und gleichzeitig den Industriestandort zu sichern. Initiator und Hauptgesellschafter ist der Initiativkreis Ruhr. Stadt, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten dabei Hand in Hand. Mehr als dreihundert Einzelprojekte wurden bisher durchgeführt und zum Teil bereits abgeschlossen.

Das konkrete Ziel lautet, die CO2-Emissionen in Bottrop innerhalb von zehn Jahren, also bis 2020, um die Hälfte zu reduzieren. Bis 2015 wurde bereits ein Minus von 37,4 Prozent erreicht. Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler, der auch im Vorstand der RVR-SPD sitzt, hat die InnovationCity Ruhr von Beginn an begleitet und unterstützt. Am Anfang war es nicht ganz einfach, den Bürgerinnen und Bürgern das ambitionierte Vorhaben schmackhaft zu machen. Inzwischen gibt es Energiemanager, die sie individuell beraten, wie in Wohnung oder Haus konkret Energie gespart werden kann. Die Energiemanager informieren auch über mögliche Finanzierungsförderungen für energetische Umbaumaßnahmen. “Seit InnovationCity für die Menschen persönlich und konkret greifbar geworden ist, wird der innovative Ansatz vor Ort Schritt für Schritt sichtbarer”, stellte der Oberbürgermeister erfreut fest.

Sonja Voßbeck, Matthias Buschfeld und Bernd Tischler bei der Fraktionssitzung der RVR-SPD

Dem gelernten Bauassessor ist wichtig, dass es dabei nicht ausschließlich um ökologische Ziele und Ressourcenschonung geht, sondern um umfassende Quartiersentwicklung, in die auch Verkehr und Grünflächen einbezogen werden. Bernd Tischler: “Die Quartiere werden dadurch insgesamt aufgewertet und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger steigt.”

Gestartet als Modellprojekt in Bottrop geht es nun darum, die dort erfolgreich ausprobierten Innovationen auch in anderen Städten zu nutzen. Ein Vorzeigebeispiel hierfür ist das Eltingviertel in Essen. In dem Quartier nördlich der Innenstadt und in unmittelbarer Nähe zum Unicampus prägen viele reich verzierte Gründerzeithäuser das Bild. Die Stadt Essen, InnovationCity Ruhr und die Wohnungsgesellschaft Vonovia, der vierzig Prozent der Wohnungen im Quartier gehören, haben sich vorgenommen, das Eltingviertel bis 2020 nachhaltig zu sanieren und zu einem lebendigen und lebenswerten Quartier auszubauen. Dabei greifen sie auf die Erfahrungen in Bottrop zurück und beziehen Hauseigentümer, Kreative, Kirchen und soziale Institutionen in die Quartiersentwicklung mit ein. Die Energieversorgung wird modernisiert, die Häuser werden gedämmt und Balkone angebaut. Vonovia bringt sich engagiert ein, weil die Wohnungsgesellschaft erkennt, dass die wachsende Attraktivität des Viertels für alle Beteiligten Vorteile bietet.

Die Fraktionsmitglieder der RVR-SPD diskutierten angeregt darüber, welche konkreten Möglichkeiten es in den anderen Kommunen der Metropole Ruhr gibt, die Bottroper Erfahrungen einzubringen. Die Bottroper SPD-Unterbezirksvorsitzende Sonja Voßbeck berichtete von ihrer anfänglichen Sorge, dass nur ausgewählte Stadtteile von dem Projekt profitieren könnten: “Das hat sich glücklicherweise als unbegründet erwiesen. Es ist für die gesamte Stadt ein Schritt nach vorne.” Matthias Buschfeld, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Bottroper SPD, lobte das große Engagement von Burkhard Drescher und Bernd Tischler: “Der Erfolg eines solchen Mammutprojekts hängt nicht zuletzt von herausragenden Köpfen ab, die das Ganze nach vorne treiben. Unser Oberbürgermeister ist zum Gesicht von InnovationCity Ruhr geworden.”

Slider-Foto v.l.n.r.: Bruno Sagurna, Dietmar Thieser, Bernd Tischler, Matthias Buschfeld, Sonja Voßbeck, Burkhard Drescher und Dr. Klaus Haertel

Alle Fotos: Michael Gustrau/RVR-SPD