23. Oktober 2015

Chancen, ungenutzte Potenziale und Gestaltungsmöglichkeiten

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin besuchte die SPD-Fraktion im RVR bei ihrer Oktober-Sitzung, um sich u.a. über die Themen Energie, Digitalisierung und Logistik auszutauschen. Die lebendige Diskussion zeigte, dass es zurzeit viele Entwicklungen gibt, bei denen die Metropole Ruhr die Chance hat, sich einzubringen und mitzugestalten.

Gleich das erste Thema, das Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, mitbrachte, hatte es in sich: Energie und Klima. Die Metropole Ruhr wäre ohne die Energiewirtschaft gar nicht denkbar. Der Wandel, der sich in diesem Sektor vollzogen hat, ist allgegenwärtig. Die Energiewende ist für die SPD kein Wohlfühlthema, sondern ein originär ökonomisches, das für die Region nach wie vor entscheidend ist. 2014 hat die Landesregierung eine Initiative gestartet, die die SPD-Fraktion im RVR als wichtigen Impuls begrüßt. “Die KlimaExpo.NRW soll bis 2022 das technologische und wirtschaftliche Potenzial Nordrhein-Westfalens in diesem Bereich präsentieren”, so Wirtschaftsminister Garrelt Duin. Sie soll landesweit zugleich Leistungsshow und Ideenlabor sein. In der angeregten Diskussion stellten der Minister und die Fraktion fest, dass es in der Metropole Ruhr viel Potenzial und Know-how gibt, das die Region in die KlimaExpo.NRW 2022 einbringen kann.

2015_Energie_03_800px
Foto: RVR-SPD/Michael Gustrau 

Industrie 4.0

Intensiv diskutiert wurde auch das Thema Industrie 4.0. Dahinter verbirgt sich die Digitalisierung der Wirtschaft. Vieles läuft längst digital, aber die Entwicklung geht unaufhaltsam weiter. Maschinen können selbstständig Fertigungsprozesse koordinieren, Service-Roboter kooperieren in der Montage auf intelligente Weise mit Menschen, Logistikaufträge werden durch fahrerlose Transportfahrzeuge eigenständig erledigt. Industrie 4.0 umfasst die digitale Vernetzung des gesamten Fertigungsprozesses von der Idee über die Produktion und Logistik bis hin zur Wartung und zum Recycling. Die SPD-Fraktion ist sich einig, dass die weitere Digitalisierung nicht nur genutzt, sondern aktiv gestaltet werden muss. “Die Metropole Ruhr verfügt über viel Erfahrung und großes Leistungsspektrum in diesem Bereich”, so Martina Schmück-Glock, die Vorsitzende der SPD-Fraktion im RVR. In Bochum hat beispielsweise das Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit seinen Sitz. Es gilt als als eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der IT-Sicherheit in Europa.
Die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft bringt natürlich weiter steigende Datenmengen mit sich. Wirtschaftsminister Garrelt Duin berichtete exemplarisch von einem Gewerbegebiet, in dem das Internet nahezu lahmgelegt wird, wenn ein Autohaus seine Software auf den neuesten Stand bringt. “Wenn wir weiter mithalten wollen, ist der Ausbau der Netze eine entscheidende Aufgabe”, erklärt Martina Schmück-Glock. Langfristig muss der Breitbandausbau durch Glasfaserkabel erfolgen, anders sind die wachsenden Datenmengen in hoher Geschwindigkeit gar nicht zu bewältigen. Dass Bundeswirtschaftsminister Dobrindt beim Breitbandausbau aktuell auf Kupferkabel setzt, wird nach Einschätzung der SPD-Fraktion eine Verbesserung nur für die nächsten zwei, drei Jahre bringen.

Duin_3_800px
Wirtschaftsminister Garrelt Duin mit Martina Schmück-Glock und Ulrike Matzanke (Foto: RVR-SPD/Michael Gustrau)

Logistik

Eine intelligente und vernetzte Logistik ist ein wichtiger Bestandteil von Industrie 4.0. Seit Jahren entwickelt sich der Bereich Logistik in der Metropole Ruhr positiv. “Wenn es große Ansiedlungen ab fünf Hektar gab in den letzten Jahren, waren es in der Regel Logistikfirmen”, berichtet Ulrike Matzanke, die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Vor Ort hält sich die Begeisterung für neue Logistikansiedlungen bisweilen in Grenzen. In der Diskussion mit dem Wirtschaftsminister kamen die Bedenken von Bürgerinnen und Bürgern zur Sprache. “Das nehmen wir ernst. Wichtig ist, die Menschen in einer Stadt mitzunehmen, ihre Interessen zu berücksichtigen und sie zu beteiligen. Dann kann es auch funktionieren”, gibt Ulrike Matzanke ein Diskussionsergebnis wieder. Wichtig ist ebenso, die Logistik nicht isoliert zu betrachten, sondern auch städtebauliche Aspekte einzubeziehen und den entsprechenden Ausbau der Infrastruktur voranzutreiben. Ulrike Matzanke: “Der Bereich Logistik ist eine Chance für unsere Region. Wir müssen vor Ort noch stärker dafür werben, dies als Möglichkeit der Gestaltung zu nutzen.”

Pressekontakt

SPD-Fraktion im Regionalverband Ruhr
Michael Gustrau, Geschäftsführer
Tel. 0201.20 69 366
gustrau[at]rvr-online.de
www.rvr-spd.de