Route der Industriekultur: Zukunft gesichert & Ausflugstipps für die Ferien

Route der Industriekultur: Zukunft gesichert & Ausflugstipps für die Ferien

„Heute das Gestern mit dem Morgen verbinden“

Die Route der Industriekultur symbolisiert in einzigartiger Weise die Wandlungsfähigkeit der Metropole Ruhr. Rund um Hochöfen, Gasometer und Fördertürme sind moderne Arbeitsplätze und attraktive Schauplätze entstanden. Ein neuer Vertrag zwischen dem Regionalverband Ruhr und dem Land NRW schafft für die fünf Großstandorte der Route Planungssicherheit bis 2026.

Im Mai hatten der RVR und der damalige Bauminister Michael Groschek sowie der damalige Umweltminister Johannes Remmel den Vertrag über die Förderung der fünf Großstandorte der Route der Industriekultur unterschrieben. Anfang Juli hat die Verbandsversammlung des RVR den Standortverträgen und der ausgehandelten Verteilung der Mittel zugestimmt. 2006 war der erste Vertrag unterzeichnet worden. Nun engagieren sich der RVR und das Land NRW noch stärker als bisher an den Großstandorten. Die Unterstützung des Landes steigt von 3,6 auf 5,6 Millionen Euro, der Zuschuss des RVR von 2,5 auf 3,9 Millionen Euro im Jahr. „Wir freuen uns, dass der neue Vertrag den großen Standorten der Route der Industriekultur Planungssicherheit für ganze zehn Jahre verschafft“, erklärt Martina Schmück-Glock, die Vorsitzende der SPD-Fraktion im RVR.

So stehen pro Jahr 9,5 Millionen Euro für die fünf Standorte bereit. Der Landschaftspark Duisburg-Nord erhält knapp drei Millionen Euro jährlich, der Gasometer Oberhausen 845.000 Euro, das Welterbe Zollverein Essen mit Zeche und Kokerei knapp vier Millionen Euro, die Jahrhunderthalle Bochum rund 900.000 Euro und die Kokerei Hansa in Dortmund rund 855.000 Euro.

Die Route der Industriekultur erschließt auf einem 400 Kilometer langen Rundkurs das industriekulturelle Erbe der Metropole Ruhr. Im letzten Jahr besuchten 6,5 Millionen Menschen die 25 Ankerpunkte, davon 3,7 Millionen die fünf Großstandorte. An den Orten der Industriekultur treffen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Region. Das lockt viele Touristen an und bietet phantastische Kulissen für Feste und Festivals. Parallel haben sich viele Schauplätze der Industriekultur zu Standorten für Bildung, Kultur und innovative Unternehmen mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen entwickelt.

So wurde bereits 1995 rund um ein ehemaliges Verwaltungsgebäude der Hattinger Henrichshütte das Technologie- und Gründerzentrum Hattingen gegründet. Dort arbeiten zwanzig technologieorientierte Unternehmen, die an vielen Stellen miteinander kooperieren, Tür an Tür.

Die Kultur Ruhr GmbH, die für die Ruhrtriennale, das ChorWerk Ruhr, die Urbanen Künste Ruhr und die Tanzlandschaft Ruhr verantwortlich ist, hat seit Anfang dieses Jahres ihren Sitz im Bochumer Westpark, der die Jahrhunderthalle umgibt.

Ab dem kommenden Wintersemester lernen 500 Foto- und Designstudierende der Essener Folkwang-Universität in einem Neubau auf dem Gelände von Zollverein und können sich von dem kreativen Umfeld dort inspirieren lassen.

„Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie wandlungsfähig die Metropole Ruhr ist. Die Route der Industriekultur verbindet heute das Gestern mit dem Morgen“, so Martina Schmück-Glock.

Viele Feste, Feiern und Events laden gerade auch in den Sommerferien zu einem Besuch der Route der Industriekultur ein. Es folgen ein paar ausgewählte Tipps. Weitere Informationen (Anmeldungen, ggf. Eintrittspreise usw.) finden Sie unter den angegebenen Links.

Bergkamen

Halde Großes Holz
20. August (Sonntag), 15 bis 17 Uhr

Auf Safari

Entdeckungstour. Wir wollen den jungen Freiraum mal genauer erkunden: Größere und kleinere Tiere in freier Wildbahn entdecken, beobachten, kennen lernen und vielleicht sogar fotografieren.

Bochum

Jahrhunderthalle
18. August bis 30. September

Ruhrtriennale

Festival der Künste. Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Installation, Musik

Bottrop

Tetraeder/Halde Beckstraße
20. August (Sonntag), 11 bis 17 Uhr

StreetFoodPicknick Emscher Landschaftspark

Liebevoll zubereitete, handgemachte Gerichte abseits der Fast-Food-Mentalität. Das StreetFoodPicknick Emscher Landschaftspark lädt zu kreativer, moderner Kulinarik auf den Gipfel der Halde Beckstraße ein.

 

 

 

 

 

 

Dinslaken

Zeche Lohberg
31. August (Donnerstag), 20 Uhr

Ruhrtriennale 2017: Projecting [Space[

Tanz-Uraufführung. Globalisierung und Digitalisierung verursachen ein wachsendes Gefühl von Zentrums-, ja sogar Ortlosigkeit. Vernetzung und Begegnung finden auf eine vollkommen neue Art statt. In einer Welt im Umbruch und ebenso in diesem sich wandelnden Stadtviertel Dinslaken-Lohberg ist auch die künstlerische und kulturelle Praxis in einem Zustand der Erneuerung. Wie sehen unsere Visionen von Begegnungs- und Lebensräumen aus? Wie kann man heute am sinnvollsten Zeit, Energie, Ressourcen und Talente teilen?

 

Duisburg

Landschaftspark Duisburg-Nord
bis 20. August

Sommerkino Open-Air

Open-Air-Kino, Biergarten, Livemusik. Vom 12. Juli bis zum 20. August zieht es die Menschen aus Duisburg und Umgebung in das stillgelegte Hüttenwerk, um die Filme ihrer Stars unter freiem Himmel zu sehen. Vor dem Kino lockt gemütlicher Biergartengenuss mit karibischem Flair. Für die musikalische Note sorgen Künstler und Bands aus dem Umkreis. Der Biergarten ist täglich ab 18 Uhr geöffnet.

 

 

 

 

Essen

Welterbe Zollverein

Während der gesamten Ferien finden zahlreiche Führungen, Veranstaltugen und Ausstellungen auf dem Gelände statt. Zum Beispiel:
> Zollverein im Wandel. Von der größten Zeche der Welt zum Welterbe der Menschheit. Open-Air-Ausstellung bis 30. September.
> Von Kohle und Koks. Führung. Samstags und sonntags um 13.30 Uhr.
> Die Kokerei für Groß und Klein. Familienführungen. Sonntags um 14 Uhr. Bis 30. September.
> Über Kohle und Kumpel. Der Weg der Kohle auf der Zeche. Tägliche Führungen bis zum 31. Oktober.
> Durch Koksofen und Meistergang. Der Weg der Kohle auf der Kokerei. Tägliche Führungen bis zum 31. Oktober.

 

Schurenbachhalde
20. August (Sonntag), 11 bis 13 Uhr

Wildkräuterwanderung

Nachtkerze, Johanniskraut und Natternkopf. Viele heimische und gebietsfremde Wildkräuter haben unsere Industriebrachen erobert. Wie sie hierher kamen, welche Eigenschaften und Heilkräfte sie besitzen und welche Pflanzenteile man verwenden kann, erfahren Sie bei dieser Exkursion.

 

 

Gelsenkirchen

Gelsenkirchen bis Duisburg
23. August (Mittwoch), 10 bis 17 Uhr

Radtour vom Nordsternpark bis zum Duisburger Innenhafen

Von der Kanalbrücke im Nordsternpark geht die Radtour am Rhein-Herne-Kanal entlang bis Duisburg, über die Ruhr bis zum Binnenhafen. Auf dem Rückweg gibt es einen Abstecher zur Ruhrmündung.

 

 

 

Gladbeck

Maschinenhalle Zweckel
26. bis 31. August, 19.30 Uhr

Ruhrtriennale 2017: Bach. Cellosuiten

Johann Sebastian Bachs Cellosuiten werden zu den Höhepunkten der westlichen Musikgeschichte gezählt. Ihre erfindungsreiche Architektur, ihre tänzerische Rhythmik und zeitlose Schönheit sprechen uns auch heute noch an.

Herten

Halde Hoheward
19. August (Samstag), 14 bis 16 Uhr

Haldenführung im Kleinbus

Die Halde Hoheward ist mit den 45 Meter hohen Stahlbögen ihrer Landmarke „Horizontobservatorium“ weithin sichtbar im Emscher Landschaftspark. Wem der Aufstieg zum Haldenplateau zu mühsam ist, bezwingt den Gipfel bei dieser Haldenführung im Kleinbus einfach und sicher.

Zeche Ewald, Doppelbockförderturm
17. bis 20. August

Hertener Sommerkino

AGR und Hertener Stadtwerke holen das Kino zurück nach Herten! Erleben Sie vom Oskar-Kandidaten bis zum Kinder-Block-Buster fünf Film-Highlights unter freiem Himmel zu familienfreundlichen Preisen.

 

 

 

Holzwickede

Emscherquelhof
20. August (Sonntag), 11 bis 16 Uhr

Emscherquellfest

Der Emscherquellhof ist seit über 200 Jahre Zeitzeuge einer bewegten Flussgeschichte. Feiern Sie mit bei Musik und machen Sie es sich bei schönem Wetter draußen bequem. Sollte das Wetter nicht mitspielen, finden Sie trockene Plätze zum gemütlichen Beisammensein im Schafstall.

Oberhausen

Gasometer
bis 30. November, 10 bis 18 Uhr

Ausstellung „Wunder der Natur“

Die Ausstellung im Gasometer Oberhausen feiert bildgewaltig das Leben der Tiere und Pflanzen – Höhepunkt ist die 20 Meter große Erdkugel im gigantischen Innenraum. Namhafte internationale Tier- und Natur-Fotografen sind mit ihren besten Werken im Rahmen der rund 150 großformatigen Abbildungen aus der Tier- und Pflanzenwelt der Ausstellung vertreten. Filmsequenzen aus bekannten naturwissenschaftlichen Serien wie „Planet Erde“ steigern die anschauliche Wirkung der Bilder.

 

Waltrop

Schiffshebewerk Henrichenburg
bis 14. Januar, 10 bis 18 Uhr

Ausstellung: „Zum Wohl!“

Getränke zwischen Kultur und Konsum. Wasser, Schnaps, Bier, Limonade, Milch, Tee und Kaffee – das sind die Getränke, die im Industriezeitalter unseren Alltag prägen. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Trinkkultur und der Kultgetränke in Westfalen-Lippe in den letzten 150 Jahren.

 

 

 

Viele weitere Informationen und Termine unter www.route-industriekultur.rvr.ruhr.

Alle Fotos: Michael Gustrau/RVR-SPD