Rheinbrücke Neuenkamp

Rheinbrücke Neuenkamp

Bund und Land sind gegen mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger

Die Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp wird in den nächsten Jahren neu gebaut. Die Stadt Duisburg wünscht sich auf der neuen Brücke mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger. Bund und Land sperren sich dagegen.

Sören Link ist Oberbürgermeister der Stadt Duisburg

Die aktuelle Planung für die neue Brücke sieht gemäß einer vertraglichen Vereinbarung von 1969 vor, dass Radfahrer und Fußgänger pro Fahrtrichtung auch in Zukunft nur 2,75 Meter Platz haben. Für den Duisburger Oberbürgermeister Sören Link ist das nicht mehr zeitgemäß: „Der zunehmende Anteil an Elektrofahrrädern und der steigende Radverkehrsanteil am Gesamtverkehrsaufkommen stellen bereits heute andere Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur.“ Daher fordert er, die Planung auf vier Meter pro Fahrtrichtung für kombinierte Geh- und Radwege zu erweitern. Bisher stößt er mit seinem Anliegen bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Landesverkehrsminister Hendrik Wüst auf taube Ohren.

In den letzten Wochen sorgten Risse in der Stahlkonstruktion der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp für viele Schlagzeilen. Die A40-Brücke, die die Metropole Ruhr mit dem Niederrhein verbindet, musste gesperrt werden und plagte die Autofahrer mit noch mehr Staukilometern. 100.000 Fahrzeuge nutzen die Brücke jeden Tag, davon sind etwa 10.000 Lkw. Die Rheinbrücke Neuenkamp wurde 1970 für den Verkehr freigegeben und war für 30.000 Fahrzeuge täglich geplant. Nach fast fünfzig Jahren steht nun ein Neubau der Brücke an. Bis 2026 soll er in mehreren Bauabschnitten entstehen. Geplant sind vier Fahrstreifen pro Fahrtrichtung. Damit soll für die nächsten achtzig bis hundert Jahre eine staufreie Überquerung des Rheins ermöglicht werden.

Martina Schmück-Glock, Vorsitzende der SPD-Fraktion im RVR

Innerhalb von fünfzig Jahren hat sich der reale Nutzung der Brücke also mehr als verdreifacht. Das zeigt, dass man bei einer Planung für viele Jahrzehnte nicht vom Status quo ausgehen kann, sondern den Wandel mitdenken muss. „Wir plädieren daher für eine vorausschauende Zukunftsplanung. Der Radverkehr in der Metropole Ruhr wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Das muss bei allen großen Bauvorhaben berücksichtigt werden“, so Martina Schmück-Glock, die Vorsitzende der SPD-Fraktion im RVR. Auch für Fußgänger soll künftig mehr Raum eingeplant werden.

Der Regionalverband Ruhr setzt sich dafür ein, die Mobilität in der Metropole Ruhr zu verbessern, die Straßen zu entlasten und die Zahl der Staus zu verringern. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Ausbau der Fahrradinfrastruktur zu. In den nächsten Jahren entstehen mehrere Radschnellwege, um den Umstieg vom Auto aufs Rad attraktiv zu machen. Sören Link und Martina Schmück-Glock sind sich einig: „Bei einem so großen und langfristig angelegten Bauprojekt wie der Rheinbrücke Neuenkamp den wachsenden Radverkehr zu ignorieren, wäre grob fahrlässig. Wir fordern Bund und Land auf, den Weg für eine zukunftsfähige Mobilität frei zu machen.“

 

Slider: Symbolfoto Rheinbrücke mit Radweg (Michael Gustrau/RVR-SPD)